Korsika Reisetipps: Kaum eine Mittelmeerinsel ist so vielfältig wie Korsika. Die Insel in einem zweiwöchigen Urlaub zu erkunden ist eigentlich unmöglich. Bei der Planung stehen wir also vor der schweren Aufgabe, uns zu entscheiden. Die Insel ist fast ein Kontinent im Miniatur-Format. Hier sind unsere persönlichen Highlights Korsikas und Tipps als Überblick – die schönsten Orte, Wanderungen, Unterkunft und Strände der so unterschiedlichen Regionen.


Inhaltsverzeichnis

Wohin auf Korsika?

Die beste Unterkunft

Corte – Das Herz der Insel

Die Ostküste

Der Süden mit Bonifacio

Der wilde Westen – die Calanches und der Golf von Porto

In den Norden – St. Florent und Cap Corse


Wohin auf Korsika?

Die Ostküste mit ihren langen Sandstränden ist ein Familienparadies. Der Süden besticht mit seiner blendend weißen Kalksteinküste. Im Westen fallen die glutroten Felsen der Calanches schroff ins Meer. Und das Inselinnere durchziehen alpine Gebirgsketten bis zum Monte Cinto auf 2.700 Metern Höhe. Unsere Korsika-Reisetipps ohne Garantie auf Vollständigkeit:

Korsika Reisetipps, Karte: Route Rundreise


Die beste Unterkunft auf Korsika – unser Tipp

Ferienwohnung, Hotel oder Camping? Weder noch!

Wie überall in Frankreich gibt es auf der ganzen Insel traumhaft gelegene Campingplätze.
Wir sind zwar schon lange keine Fans vom Zelten mehr. Aber fast jeder französische Campingplatz bietet Hütten, Mobile Homes oder Chalets mit hervorragender Ausstattung an. Spülmaschine, eigene Terrasse und bis zu 3 Schlafzimmer – alles ist möglich. Preiswert sind die zwar auch nicht gerade. In der Vorsaison ist das aber eine hervorragende Alternative zu den überteuerten Ferienhäusern und Hotels. Das Beste: viele der Campingplätze haben einen eigenen Strand oder bieten direkten Zugang zu Flussbadestellen – Wild Swimming Korsika!

Leider gibt es nach unseren Recherchen kein zentrales Buchungsportal. Wir haben die Campingplätze also direkt angemailt und reserviert. Das scheint in der Vorsaison auf ganz Korsika ziemlich unüblich zu sein. Der Franzose kommt eher spontan und bucht direkt vor Ort. Bei der Ankunft kannte uns schon jeder in der Rezeption. Für so viel deutsche Gründlichkeit wurden wir aber auch jedes Mal mit einem kostenlosen Upgrade auf ein noch luxuriöseres Chalet belohnt!

Für unsere letzte Station im Norden haben wir uns für einen exorbitanten Preis ein eigenes kleines Ferienhaus gegönnt. Der versprochene Pool war allerdings plötzlich nur für die Gäste des teureren Nachbarhauses reserviert. Morgens wurden wir von den Hunden der Gastgeberin umkreist, während wir verzweifelt das versprochene WLAN suchten. Wie sehr haben wir uns zurück auf die herrlichen Campingplätze gesehnt!


Corte – das Herz der Insel

Corte - die Festung

Stolz thront die Zitadelle über der Altstadt von Corte

Wer das authentische Korsika erleben will, sollte unbedingt einen Stopp in Corte einlegen. Mag sein, dass die Einwohner der alten Hauptstadt hier noch ein wenig schweigsamer und störrischer sind als an den Küsten. Mit ihren alten Gassen, urigen Kneipen und nicht zuletzt der tausend Jahre alten Zitadelle hoch über der Stadt ist Corte wesentlich unverfälschter als viele Touristenorte am Meer.

Corte ist das Basislager für Wanderer, Bergsteiger und Kletterer, denn die Stadt liegt einmalig inmitten des korsischen Gebirgsmassivs. Man kann fast nicht glauben, dass man auf einer Mittelmeerinsel ist, so schroff und wild ist die Landschaft hier. Wer hier nicht im Outdoor-Outfit unterwegs ist, fällt sofort auf.

Wander-Tipp: Die Einheimischen hatten uns die Wanderung zur Scala di Santa Regina mehrmals wärmstens ans Herz gelegt. Auch wenn die Wanderportale und die dortigen Kommentare etwas anderes sagen: wir haben uns ganz schön gequält. Aber was für ein Erlebnis! Bis heute haben wir den Duft der Macchia in der Nase, wenn wir daran zurückdenken.

Korsika Wanderwege: Macchia und Felsschluchten bei Corte

Abstieg durch die Macchia in wilde Felsschluchten

Die Ostküste: Strände – und sonst Nichts

Die einzige Autobahn der Insel führt an der Ostküste Korsikas entlang. Auf fast hundert Kilometern reiht sich ein Strand an den anderen. Der flache Osten mit seinen Sanddünen und Pinien ist kinderfreundlich und perfekt für einen Badeurlaub. Die Städte und vielen Strände sind aber auch irgendwie austauschbar und eher für einen klassischen Strandurlaub gemacht. Für uns war dies die einzige Gegend, die nicht an die wilde Schönheit der restlichen Insel herankommt.   


Der Süden mit Bonifacio

Bonifacio ist zweifellos eines der Highlights einer jeden Korsika-Rundreise. Die Stadt thront spektakulär auf einem blendend weißen Felsplateau. Allerdings teilt man sich den wunderschönen Ort auch mit tausenden anderen Besuchern, selbst in der Nebensaison. In der Unterstadt findet man dementsprechend viele Souvenirstände und eher durchschnittliche Restaurants, aber auch einen schönen Jachthafen. Ein Drama ist die Anreise mit dem Auto, die meisten Parkplätze werden von dubiosen Vermietern bewirtschaftet.

Korsische Strände im Süden

Einer der vielen Strände mit Südsee-Feeling östlich von Bonifacio

Die autofreie Oberstadt auf dem Felsplateau könnte nicht gegensätzlicher sein. Romantische Gassen, Cafés, Bars und Restaurants mit spektakulärer Aussicht auf die Nordküste Sardiniens.  

Unser Wander-Tipp: Wir haben uns die zehn Euro für die fragwürdig bewachten Parkplätze gespart und Bonifacio mit einer der schönsten Wanderungen Korsikas verbunden. Eigentlich ist es ein gemütlicher Spaziergang vom Leuchtturm am Capu Pertusato an den weißen Klippen entlang bis zum Plage de Sutta Rocca vor den Toren der Stadt. Die Oberstadt betritt man von dieser Richtung über die flachen Stufen zur Kapelle von Saint-Roche. Schon ist man mitten in den ruhigen, uralten Gassen der Altstadt. Hier kann man wunderbar zu einem Glas Rosé mit Blick über die Küste einkehren. Als Rundweg benötigt man für die ca. zehn Kilometer ungefähr drei Stunden.

Korsika Strand und Wandern bei Bonifacio

Wunderschöne Ausblicke an der Steilküste vor Bonifacio

Baden: Die weißen Strände östlich und westlich von Bonifacio verströmen allesamt Südseefeeling. Meistens sehr flach und kinderfreundlich sind sie aber auch dementsprechend gut besucht. Einige der besten Strände erreicht man nur über die grandiosen Campingplätze, für alle die es ruhiger mögen.


Der wilde Westen – die Calanches und der Golf von Porto

Als wir nach einem Abstecher über Ajaccio die Calanches zwischen Piana und Porto erreichen, tut sich eine völlig andere Welt auf. Die in der Abendsonne glutrot leuchtenden Felsen fallen hier fast senkrecht ins dunkelblaue Meer. Die bizarre Felswelt ist leider nicht nur ein Wander- und Kletterparadies. An den Wochenenden nehmen die Auto- und Motorrad-Kolonnen scheinbar kein Ende.

Korsika: Straße durch die Calanche zwischen Piana und Porto

Die D81 zwischen Piana und Porto zählt zu den schönsten und spektakulärsten Panoramastraßen Frankreichs

Wander-Tipp Calanches: Zum Einstieg in das Felsenmeer muss man auf der D81 von Porto in Richtung Piana einen der wenigen Parkplätze ergattern. Es heißt also früh aufstehen, wenn die Wolken noch in den Felsen hängen – ein sagenhaftes Naturschauspiel! Die Wanderwege sind sehr gut gekennzeichnet und nicht sehr lang. Trotzdem sollte man unbedingt Wanderschuhe tragen, unterwegs sind immer wieder einige Kletterpartien zu bewältigen. Hier ein Überblick der Wanderwege.

Wo übernachten? Der kleine Hafenort Porto in der gleichnamigen Bucht hat sich ganz auf die vielen Wanderer, Motorradfahrer und Strandgäste eingestellt. Eingebettet zwischen beeindruckenden Steilwänden mündet die Stadt in die bekannte Schlucht von Spelunca – ein weiterer toller Wandertipp. Zwischen Porto und dem alten Ort Ota in den Bergen kann man wunderbar auf einem der schönen Campingplätzen in duftenden Eukalyptuswäldern übernachten.

Aber Achtung! Die Strände bei Porto sind wunderschön, aber auch sehr wild. Die Strömung hier ist tückisch und nicht zu unterschätzen. Wir haben nicht wenige durchtrainierte Schwimmer gesehen, die ihre Mühe hatten, wieder an den Strand zurück zu kommen.

Piana auf Korsika: unbewohnte Halbinseln und Buchten

Wild und unbewohnt – die Halbinseln und Buchten um Piana

Piana – von der kleinen Stadt oberhalb der Calanches hat man die grandiosesten Ausblicke über den ganzen Golf von Porto. Nebenbei ist der Ort einer der „Les plus beaux villages de France“ – eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Perfekt für die Einkehr nach einer Klettertour in den Calanches.


In den Norden – St. Florent und Cap Corse

Das Cap Corse, knapp zwei Stunden östlich von Calvi, ist eigentlich ein Miniatur-Korsika. Strände und Klippen an den Küsten, wunderschöne uralte Orte und ein Gebirgszug im Zentrum der Halbinsel. Aber eben auch nur im Miniaturformat – hier ist alles etwas kleiner und sehr viel verbauter als im Rest der Insel und touristisch bei weitem nicht so erschlossen.

Korsika: Erbalunga, eines der zahlreichen uralten Dörfer auf dem Cap Corse

Erbalunga, eines der zahlreichen uralten Dörfer auf dem Cap Corse

St. Florent wird gern als das korsische St. Tropez bezeichnet. Wer jemals in St. Tropez war, wird sich über diesen Vergleich allerdings reichlich wundern. Für einen Nachmittag oder Abend ist der kleine Hafenort mit der Marina und den alten Gassen wirklich zu empfehlen. Der hübsche Stadtstrand ist gut zu erreichen und nicht überfüllt. Aber wer auch nur einen Hauch von Glamour sucht, ist hier, wie auf der ganzen Insel fehl am Platz.

 


 

Hier geht es zum Reisebericht unserer Korsika Rundreise:

Korsika – Die wilde Schöne

Mehr wildes Frankreich:

Im Tal der Wölfe – Reisebericht aus den Cevennen
Die unbekannten Cevennen – Tipps für Einsteiger, Wandertouren, Unterkunft

 

 

Fotos: The Golden GeckoTerrific